| Winzig und klein |
Stehst dir selbst
nur im Weg, alle stossen dich rum,
was es zu machen
gibt, machst du verkehrt,
und statt aufrecht
zu gehn, ist dein Rücken ganz krumm,
du bist dir selbst
keinen Pfifferling wert.
Bist im 20fach Zoom
immer noch nicht zu sehn,
machst dir die Hosen
voll vor jeder Maus,
deine Meinung zählt
nichts, niemand will dich verstehn,
und wo gefeiert
wird, lädt man dich aus.
Alles ist möglich,
alles kann sein,
wünsch dir
was, und es wird wahr.
Wachs in ein grosses
Paar Schuhe hinein,
werde dein eigener
Superstar,
sei nicht länger
winzig und klein.
Keiner nimmt dich
für voll, bist für alle nur Luft,
fällst aus
Gewohnheit schon durch jedes Sieb,
die schönsten
Blumen verweigern dir ihren Duft,
und deine Mutter
hat dich auch nicht lieb.
Ohne Selbstwertgefühl,
und nicht ein bisschen Pfiff,
wirst unterm Mikroskop
glatt übersehn,
bist mehr Nussschale
als ein Ozeanschiff,
und man kann dich
mühelos übergehn.
Alles ist möglich,
alles kann sein,
wünsch dir
was, und es wird wahr.
Wachs in ein großes
Paar Schuhe hinein,
werde dein eigener
Superstar,
sei nicht länger
winzig und klein.
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| copyright by siegfried schreck
- 1998 |
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| Hundert Tage noch |
Hundert Schnitte mit der Schere,
wenn´s doch nur schon morgen wäre,
genug marschiert, genug gelaufen,
wir sind ein durchtrainierter Haufen,
man will uns wohl für dumm verkaufen?
Hundert Tage noch.
Hundert Tage noch,
es war ´ne schöne Zeit und
doch:
So long, Bundeswehr,
länger geht´s nicht mehr.
Hundert Tage noch,
die Maus kommt bald aus ihrem Loch,
so long, Bundeswehr,
das G3-Gewehr
ist mir viel zu schwer.
Länger geht´s nicht mehr,
so long, Bundeswehr.
Hundert Tage noch, Herr General,
dann bekomm´Sie neues Personal,
genug den Kampfanzug getragen,
zu oft die Schlacht im Schlamm geschlagen,
bald könn´ Sie uns nichts mehr
sagen.
Hundert Tage noch.
Hundert Tage noch,
es war ´ne schöne Zeit und
doch:
So long, Bundeswehr,
länger geht´s nicht mehr.
Genug auf Pappfigur´n geschossen,
genug Kasernendrill genossen,
Verlängerung ist ausgeschlossen.
Hundert Tage noch.
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| copyright by siegfried schreck
- 1985 |
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| Blick nach Süden |
Ich wünschte,
ich könnt auf dich pfeifen,
doch ich krieg keinen
Ton raus,
hänge down
über´n Zaun und kann´s nicht ganz begreifen,
Schiffsuntergang
mit Mann und Maus.
Ist gar nicht so
leicht, dich tanzen zu sehn ,
weit draussen auf
einem dünneren Eis,
folg deinen Träumen
und lass sie geschehn,
du weisst, jede
Freiheit hat ihren Preis.
Ich wünsch dir
trotzdem alles Gute,
und hoffe, dein
Weg führt dich in´s Licht,
hab immer bis zum
Abwinken Sonne
in deinem Gesicht.
Blick nach Süden,
das hält dich
warm,
blick nach Süden,
dann nimmt die Sonne
dich in den Arm.
Blick nach Süden.
Ich steh noch auf
wackligen Beinen,
wie´n Boxer
kurz vor´m k.o.,
ich kann dich nicht
halten und auch nicht um dich weinen,
dich nicht vergessen
sowieso.
Hast deine Ziele
verdammt hoch gesteckt,
dein Herz in die
andre Richtung gedreht,
hast mich mit einem
Schlag niedergestreckt,
mir gezeigt, dass
es auch ohne mich geht.
Ich wünsch dir
trotzdem alles Gute,
und hoffe, dein
Weg führt dich in´s Licht,
hab immer bis zum
Abwinken Sonne
in deinem Gesicht.
Blick nach Süden,
das hält dich
warm,
blick nach Süden,
dann nimmt die Sonne
dich in den Arm.
Blick nach Süden.
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| copyright by siegfried schreck
- 1998 |
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| Der Staat bin ich |
L´Etat cést moi, der Staat
bin ich,
alle meine Untertanen lieben mich,
bei den Zacken meiner Krone,
ich regiere zweifelsohne
ein Volk, das fleissig ist an sich.
Ach, wie haben es die Bürger bei mir
gut,
ohne Murren leisten sie ihren Tribut,
welch ein Volk, das stets beteuert,
es sei viel zu knapp besteuert,
ja, ich regiere absolut.
Im Moment, da sieht es nicht so rosig aus,
denn es kommt mir viel zu wenig Geld in´s
Haus,
ich muss den Bürger noch mehr schröpfen,
dafür wird man mich nicht gleich
köpfen,
oder aus dem Land verjagen,
das wird sich schon keiner wagen,
oh, nein, ich nehme nicht Reissaus.
L´Etat cést moi, der Staat
bin ich,
alle meine Untertanen lieben mich,
bei den Zacken meiner Krone,
ich regiere zweifelsohne
ein Volk, das friedlich ist an sich.
In meinem Musterland sind alle Bürger
gleich,
es gibt keinen Unterschied, ob arm ob
reich,
und genauso lass ich richten,
je nach Klasse, je nach Schichten,
ja,ja, ich weiss, ich bin zu weich.
Ich bin stolz auf mein berühmtes Grundgesetz,
man bewundert mich um mein soziales Netz,
es ist das sicherste von allen,
da ist noch keiner durchgefallen,
auch die vielen Arbeitslosen
bettet man bei mir auf Rosen,
alles andre ist doch nur Geschwätz.
L´Etat cést moi, der Staat
bin ich,
alle meine Untertanen lieben mich,
bei den Zacken meiner Krone,
ich regiere zweifelsohne
ein Volk, das glücklich ist an sich.
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| copyright by siegfried schreck
- 1988 |
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| Freunde wie Sand am Meer |
Du bist der Hans im Glück, und es
sieht rosig aus,
aus deinem Wasserhahn kommt schwarzes
Erdöl raus,
bist auf ´ne Ader gestoßen
auf der Suche nach Gold,
deine Sterne stehn gut und der Rubel rollt.
Wo früher Schatten war, da hast du
heute Licht,
du spürst die Sonne angenehm in deinem
Gesicht,
das Telefon klingelt dauernd und es steht
nicht mehr still,
weil jeder dein Glück mit dir teilen
will.
Und du hast Freunde wie Sand am Meer,
Freunde wie Sand am Meer,
von überall kommen sie her,
die Freunde wie Sand am Meer.
´Ne Menge Schwein gehabt, jetzt bist
du obenauf,
nach vielen Jahren Pech schaun sie jetzt
zu dir rauf,
einmal den richtigen Ball vor die Füsse
gekriegt,
weisst du endlich mal, wie das ist, wenn
man siegt.
Und du hast Freunde wie Sand am Meer,
Freunde wie Sand am Meer,
von überall kommen sie her,
die Freunde wie Sand am Meer.
Für immer oben sein, bloss nicht mehr
runterfall´n,
du badest im Erfolg und hörst die
Korken knall´n,
sie klopfen dir auf die Schulter, wirst
von ihnen hofiert,
und Honig wird dir um den Bart geschmiert.
Und du hast Freunde wie Sand am Meer,
Freunde wie Sand am Meer,
von überall kommen sie her,
die Freunde wie Sand am Meer.
Du bist der Hans im Glück, und es
sieht rosig aus,
früher warst du mal arm wie eine
Kirchenmaus...
Jetzt hast du Freunde wie Sand am Meer,
Freunde wie Sand am Meer,
von überall kommen sie her,
die Freunde wie Sand am Meer.
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| copyright by siegfried schreck
- 1999 |
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| An den Ufern deiner blauen Augen |
Wieder übern´n Tisch gezogen
und den lieben langen Tag
mir den Rücken krumm gebogen
fast mehr als ich´s ertrag .
Und ich fange an zu frieren ,
weil ich ein paar Federn liess
komm ich heim auf allen Vieren ,
öffnet sich das Paradies.
An den Ufern deiner blauen Augen
liegt ein wunderschöner Strand ,
da zieh ich mir die Schuhe aus
und gehe barfuss durch den Sand.
Wurde hin- und hergeschoben ,
durchgereicht und plattgemacht ,
war mehr unterhalb als oben
und irgendwann da hat´s gekracht.
.
Ich rannte gegen Tür´n und
Wände
vergeblich an ,
aber all das hat ein Ende ,
wenn ich erst bei dir sein kann .
An den Ufern deiner blauen Augen
liegt ein wunderschöner Strand ,
da zieh ich mir die Schuhe aus
und gehe barfuss durch den Sand .
Hab heut nichts geschenkt bekommen ,
fast schon dunkelrot gesehn ,
war schon oben auf der Palme ,
drauf und dran durchzudrehn .
Kann den rauhen Wind noch spüren
,
der mich durch die Gegend blies ,
komm ich heim auf allen Vieren ,
öffnet sich das Paradies .
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vertont von Achim Reichel ,
veröffentlicht auf der CD "Entspann
Dich"
erschienen Sept. ´99
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| copyright by siegfried schreck
- 1999 |